Heimstatt Esslingen e.V.
         
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Ein Zuhause geben

Ein Wohnprojekt für Frauen mit und ohne Kinder ...

... wird mit dem Mariane-Kraut-Frauen*Förderpreis ausgezeichnet

 
Preisverleihung:
Gegen Wohnungsnot und Menschenhandel
Evangelische Frauen in Württemberg zeichnen Projekte mit Förderpreis aus (Quelle: www.elk-wue.de)
Die Evangelischen Frauen in Württemberg (EFW) zeichnen Lena Mekonnen und Doris Ayena für ihr Engagement in Äthiopien beziehungsweise Esslingen mit dem Mariane-Kraut-Frauenförderpreis aus. Sie können die Preisverleihung am 25. Juni live im Internet verfolgen. Hier erfahren Sie mehr über die Preisträgerinnen und die Projekte, für die sie sich engagieren.
Die beiden Projekte, die die Jury ausgewählt hat, richten sich an Frauen in Not - das eine in Äthiopien, das andere in Esslingen. Die Preisträgerinnen erhalten für ihre Projekte jeweils 1.500 Euro.

Doris Ayenas Einsatz für den Heimstatt Esslingen e.V.

 

Von links nach rechts: Elke Dangelmaier-Vicon, Vorsitzende EFW, Preisträgerin Doris Ayena, Preisträgerin Lena Mekkonen, Jury-Vorsitzende Prof. Dr. Monika Barz
 
Die Lage auf dem Wohnungsmarkt hat sich in den letzten Jahren verschärft, auch in Esslingen. Kleine Wohnungen stehen oft leer und werden nicht angeboten. Da macht es Frauen schwer, die sich aus Gewaltbeziehungen befreien konnten. Sie leben mit ihrem Hab und Gut, zum Teil mit Kindern, auf engstem Raum in städtischen Unterkünften, in der Regel zusammen mit alleinstehenden Personen, auch Männern. Die Finanzierung des eigenen Lebensunterhalts ist oft schwierig. Auch der Wechsel aus einem Frauenhaus in eine eigene Unterkunft nimmt wegen des angespannnten Wohnungsmarktes mehr Zeit in Anspruch. Gerade in der Corona-Pandemie benötigen viele Frauen eine neue Unterkunft, da sie von häuslicher Gewalt verstärkt betroffen sind.
Das Projekt „Ein Zuhause geben“ entstand 2018 aus einer Kooperation der Sozialpädagogin Doris Ayena und dem Frauenrat Esslingen. Ziel ist es, Frauen aus prekären Lebensverhältnissen in privaten Wohnungen unterzubringen. Der gesamte Prozess wird begleitet, vom ersten Kennenlernen bis zur Unterzeichnung der Papiere. Vermieter und Mieterinnen werden so ausgewählt, dass die Lebensvorstellungen und Interessen gut zueinander passen, damit auch die Vermieter zufrieden sind. Seit 2018 konnten Doris Ayena und ihr Team elf Frauen in Wohnungen vermitteln, auch aus umliegenden Landkreisen kamen bereits Anfragen.

Synodalpräsidentin Sabine Foth betont, dass Projekte und Initiativen wie „Ein Zuhause geben“ die Gesellschaft ein Stück mütterlicher machen und in vielen Städten und Gemeinden gebraucht würden. „Mit dem Projekt hat Doris Ayena es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen in prekären Lebenssituationen, die auf dem Wohnungsmarkt kaum eine Chance haben, zu unterstützen.“

[...]


Mit dem Mariane-Kraut-Frauenförderpreis zeichnen die Evangelischen Frauen in Württemberg (EFW) Frauen aus, die innovativ, kritisch und kreativ einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit aktuellen Frauenfragen geleistet haben. Der Preis ist mit 1.500 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre ausgelobt. Er finanziert sich aus Förderbeiträgen der EFW-Mitgliedsverbände und Spenden der EFW-Freundinnen. Der Preis ist nach Mariane Kraut benannt. Sie war die erste Vorsitzende der FrauenArbeit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, einer Vorgängerorganisation der Evangelischen Frauen in Württemberg (EFW), und zwar von der Gründung 1923 bis zum Jahr 1935.

 

Von links nach rechts: Dagmar Bahr, Heimstatt Esslingen e.V., Preisträgerin Doris Ayena, Heimstatt Esslingen e.V., Astrid Spurk, Sozialhilfeplanerin Landkreis Esslingen, Barbara Straub, Amt für Chancengleichheit der Stadt Esslingen

 
Infos zum Projekt:
 
In Kooperation mit dem Frauenrat Esslingen und durch Unterstützung von EHAP (Europäischer Hilfsfonds der besonders von Armut betroffenen Personen) hat Heimstatt Esslingen e.V. im September 2017 eine Koordinations- und Begleitungsstelle eingerichtet, die Frauen mit zu groß gewordenem Wohnraum und wohnraumsuchende Frauen mit und ohne Kinder zusammenbringen sollte, um Wohnungen und Häuser zu teilen, damit beide Seiten davon profitieren.

Diese Idee hat leider nicht funktioniert, da sowohl die meisten Frauen mit zu großem Wohnraum als auch Frauen ohne Wohnraum lieber allein wohnen wollen, als sich auf Ihnen noch fremde Menschen einzulassen.

Dafür haben wir aber durch die Öffentlichkeitsarbeit für dieses Projekt abgeschlossene Wohnungen mit eigenständigen Mietverträgen angeboten bekommen. So konnten bis jetzt acht Frauen mit zusammen sieben Kindern aus ihren schwierigen Lebenssituationen in eine eigene Wohnung umziehen und ein eigenständiges Leben beginnen, in dem eine gesündere Entwicklung möglich ist.

Wir haben deshalb im Herbst 2018 das Projekt umbenannt in „Ein Zuhause geben“.

Da ist z.B. Frau Selic, die 16 Jahre von ihrem Exmann in der Wohnung eingeschlossen war. Als sie sich ins Frauenhaus geflüchtet hatte, konnte sie anfangen, Deutsch zu lernen. Wir konnten ihr eine kleine Wohnung vermitteln. Frau Selic hat sich dort mit unserer Hilfe eingerichtet und lernte sich im Leben besser zurecht zu finden. Inzwischen hat sie Freundinnen gefunden und arbeitet in einem kleinen Familienunternehmen als zuverlässige Mitarbeiterin auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Auch Frau Maier konnte mit dem Baby Antonia aus dem Frauenhaus in eine kleine, von uns vermittelte, Wohnung ausziehen. Die Vermieterin war von Anfang an informiert, dass es noch einen zwei jährigen Sohn gibt, der beim Vater lebt und den Frau Maier gern zu sich holen möchte. Den Sorgerechtsprozess führt sie mit Hilfe ihrer Rechtsanwältin. Ihr Sohn darf bei ihr übernachten. Inzwischen sind Mutter und Tochter in eine größere Wohnung umgezogen, in der auch der Sohn mit leben könnte. Leider ist die Sorgerechtsregelung aufgrund der Corona-Pandemie gestoppt.

Auch Frau Müller ist mit ihrer zweijährigen Tochter Laura in eine von uns vermittelte 2-Zimmerwohnung gezogen. Es gab keinen Platz im Frauenhaus und so hatte sie Glück, dass wir ihr direkt eine Wohnung vermitteln konnten. Der Auszug aus der ehelichen Wohnung hat das Verhältnis zu ihrem Exmann nach anfänglichen Schwierigkeiten so entspannt, dass er inzwischen weiß, wo seine Tochter wohnt und sie dort regelmäßig, friedlich und ohne Konflikte, besucht. Laura geht in den Kindergarten und Frau Müller kann eine Ausbildung machen, was sie schon immer gerne wollte.

Wir möchten gern sehr viel mehr Frauen und Kinder aus Gewaltsituationen, die in Frauenhäusern leben oder in ähnlich schwierigen Lebenssituationen sind und kein eigenes Zuhause haben, auf ihrem Weg in ein autonomes und gesünderes Leben unterstützen, deshalb suchen wir Wohnungen in allen Größen.

Die Erfahrung hat bisher gezeigt, dass die Mieterin, vor allem aber ihr Kind, sich sehr schnell in der angstfreien neuen Umgebung zu Recht findet und einen heilsamen Entwicklungsprozess auch mit Hilfe von Kindergarten und Schule aufnehmen kann. Auch die Frau kann mit mehr Ruhe ihrer Arbeit nachgehen oder aber einen neuen Weg in ihrem Arbeitsleben ausprobieren.
Die Idee des Projektes ist es, Vermieter und Vermieterinnen damit zu überzeugen, dass der gesamte Mietprozess umfassend professionell begleitet wird. Die Auswahl der Mieterin, das Kennenlernen, sämtliche Formalitäten für beide Seiten werden durch fachkundige Beratung und Begleitung unterstützt. Sollte es irgendwelche zwischenmenschlichen Irritationen geben, werden auch diese systemisch geklärt und gelöst.
Wir bemühen uns, potentielle Mieterinnen und VermieterInnen so auszusuchen, dass die Lebenskonzepte und Arten der Lebensführung mit den Erwartungen der anderen bestmöglich zusammenpassen, bzw. zu erklären und zu vermitteln, wenn dem nicht so ist.

Seit April 2020 fördert die Vector Stiftung dankenswerterweise das Projekt, in dem sie 15 % Arbeitszeit finanziert, so dass Doris Ayena mit 10 % und Dagmar Bahr mit 5 % weiterarbeiten können.

Und wenn sie Wohnraum anbieten können, melden Sie sich bitte bei:

Doris Ayena
0170-5898204
Doris.ayena@heimstatt-esslingen.de

 
 
» Den Flyer finden Sie hier


Kontakt:
Doris Ayena
Tel: 0170-58 98 204
doris.ayena@heimstatt-esslingen.de

Hören Sie dazu
» SWR3-Radiobeitrag 1
» SWR3-Radiobeitrag 2